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Holly Black: Coldtown – Stadt der Unsterblichkeit

Blut. Direkt wenn man nur auf das Cover des Buches „coldtown – Stadt der Unsterblichen“ von Holly Black sieht, leuchtet einem die rote Farbe entgegen. In dem Vampirroman geht es natürlich viel um Blut, doch nicht nur um die rote Nahrung der Vampire dreht sich die Handlung. Auch um Rache, Schuld, Tod und Liebe, wie es der Einband verspricht. Tiefere Eindrücke über den schweren Weg der Verwandlung in einen Vampir, das grausame Verlangen nach Blut, welches die Infizierten kaum unterdrücken können und Einblicke in Welten, die ganz anders und doch gleich wie die unsere sind, kann man in dem Buch finden.

Zum Verstehen der nachfolgenden Textstelle:
Coldtowns sind ganz normale Städte wie Amsterdam oder Berlin, die zum Teil oder auch Vollständig unter Quarantäne stehen. Dort leben Vampire und Infizierte zusammen, damit sich das Virus nicht noch mehr ausbreiten kann. Wenn man einmal in einer Coldtown ist, ist es fast unmöglich wieder hinaus zu kommen. Die Vampire/Infizierten/“Abenteurer“ können von sich aus in solche Städte gehen oder auch als Kopfgeldjäger Vampire ausliefern.
Ansteckung mit dem Virus erhält man erst, wenn man von einem Vampiren gebissen worden ist. Doch dann ist man erst infiziert. Ein vollständiger Vampir wird man, wenn man das Blut eines Menschen getrunken hat.


Das erste Kapitel beginnt damit, dass die Hauptfigur Tana auf einer Party inmitten der Leichen ihrer Freunde aufwacht. Es gibt nur drei, die den Angriff der Vampire wie durch ein Wunder überlebt haben. Sie, ihr Ex-Freund Aidan und ein anderer Junge, den die Vampire in einem Raum angekettet hatten. Obwohl Aidan offensichtlich mit dem „Vampir-Virus“ infiziert worden war und es sich bei dem anderen Jungen namens Gavriel um einen vollständigen Vampir handelt und beide eine offensichtliche Gefahr für Tana sind, beschließt das Mädchen sie zu retten. Die drei schaffen es gemeinsam zu fliehen, doch Tana wird von einem Vampir erwischt und ist sich nicht sicher, ob sie nun auch mit dem Vampirvirus infiziert wurde. Den dreien ist klar, dass sie eine Gefahr für andere sind und machen sich so mit dem Auto zu einer der Coldtowns auf. Unterwegs begegnen sie mehren Arten von Leuten. Solche, die sich vor Vampiren fürchten, aber dann wiederum welche, die fast schon besessen vom Vampirismus sind und sich mit Vergnügen in das „Abenteuer coldtown“ stürzen, um selbst auch Vampire zu werden. Doch auch mit Gefahren haben die drei zu kämpfen. Während sich der Vampir Gavriel einigermaßen unter Kontrolle hat, breitet sich das Virus in Aidans Körper immer weiter aus, sodass er des öfteren versucht andere Leute, aber auch Tana anzufallen und ihr Blut zu trinken.
Als sie endlich in Coldtown ankommen, stellt sich heraus, dass diese Städte ganz anders sind, wie im Fernsehen immer dargestellt. Die drei sind der Gefahr direkt in die ausgestreckten Arme gelaufen. Aidan hat sich immer weniger im Griff und auch Gavriel hütet ein oder andere blutrünstige Geheimnisse. Wem kann Tana vertrauen und wo ist sie noch sicher? Denn Tana hat nur ein Ziel: möglichst lange überleben.

Eigentlich hat mich das Thema Vampire nie wirklich interessiert und ich habe mich auch nie damit beschäftigt. Doch das Buch „coldtown“ hat meine Interesse an den blutsaugenden Wesen geweckt. Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen und die 39 Kapitel hätten meiner Meinung nach noch viel länger sein können.
Besonders gut hat mir gefallen, dass das Buch so geschrieben war, als könnte es wirklich alles wahr sein. Die unter Quarantäne gesetzten Städte und die ausführliche Beschreibung der Lage und der Reaktion der Menschen auf die Vampire und das Virus, ist so detailgetreu und realistisch geschrieben, dass man meinen könnte, die Autorin berichte über ein reales Ereignis.

Mich hat das Buch gefesselt und ich wollte es kaum mehr aus der Hand legen. Dennoch würde ich das Buch höchstens erst ab Vierzehn Jahren empfehlen. Es sind schon einige wirklich grausame Elemente beschrieben und nicht selten geht es um Tod und natürlich Blut, aber auch um Folter und Verstümmelung.
Ich warne deshalb diejenigen, die nicht an solche grausamen Stellen gewöhnt sind. Ich persönlich fand das Buch nicht schlimm, allerdings habe ich solche Dinge schon vorher in unterschiedlichen anderen Büchern gelesen und deshalb macht es mir nicht mehr so viel aus. Doch jeder entscheidet für sich selbst und sollte wissen wie viel er aushalten kann. Denn ich gebe nur eine Empfehlung, meine Meinung, ab und das Buch besteht ja auch nicht komplett aus solchen Stellen. Doch solltet ihr Fan von Vampiren sein oder seid einfach nur neugierig so wie ich, dann empfehle ich euch das Buch auf jeden Fall, denn es ist eine der besten Geschichten, die ich seit langem gelesen habe.

Johanna

Aus dem Englischen von Anne Brauner
Originaltitel: The Coldest Girl in Coldtown
PenguinRandomHouse
ab 16 Jahren
480 Seiten,
ISBN: 978-3-570-16266-8
€ 18,00

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